Franz-Haniel-Gymnasium

Duisburg-Homberg

 
 

Exkursionsbericht vom 24.09.2010

(Nina Rickscherd)

Die Exkursion am 24.09.2010 begann für uns um 9.30 Uhr am Eingang Horsterstraße der Bergehalde Rungenberg im Gelsenkirchener Stadtteil Buer.
Vor Ort befand sich auch der für den heutigen Tag für uns reservierte "Lumbricus", bei dem es sich um einen Forschungsbus handelt, welcher speziell für die Durchführung biologischer Untersuchungen vor Ort ausgestattet ist. Gestellt wird der Lumbricus von der Naturschutzakademie (NUA) mit dem Hauptsitz in Recklinghausen.

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Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler unseres Biologie Kurses gegen halb zehn vollständig am Fuß der Rungenberghalde versammelt hatten, wurden wir in den klassenraumähnlichen Innenraum des Busses geführt, wo wir für eine erste Besprechung der Tagesplanung an den Tischen des Busses Platz nahmen, auf denen schon zahlreiche Forschungsinstrumente wie u.a. Mikroskope und andere, uns teilweise unbekannte Gerätschaften platziert waren.
Der Leiter und Fahrer des Lumbricus stellte sich uns schließlich als Ottmar Hartwig vor, der ansonsten der Tätigkeit des Geographie- und Biologielehrers nachgeht und zudem am heutigen Tage als unser Exkursionsleiter fungieren sollte.
Um einen allgemeinen Einstieg in die heutige Thematik zu finden, klärten wir zuerst einmal die "Geschichte" der Bergehalden im Allgemeinen, d.h. wir befassten uns mit der grundsätzlichen Frage, was man unter dem Begriff der Bergehalde eigentlich versteht. Unter vorangegangener Fragestellung zogen wir schließlich das Resultat, dass es sich bei einer Bergehalde im Prinzip um eine von Menschenhand geschaffene Anhäufung des im (Steinkohle)Bergbau vorkommenden tauben Gesteines handelt, welches auch als "Berge" bezeichnet wird. Daher prägt sich also auch der Begriff "Bergehalde".
Bergehalden sind daher logischerweise auch gezielt in Gebieten vorzufinden, in denen Steinkohleabbau betrieben wird, was auf das Ruhrgebiet und somit auch auf das dort befindliche Gelsenkirchen als ehemaliges Zentrum des Bergbaus zutrifft.
Des Weiteren klärte Herr Hartwig uns darüber auf, dass man insbesondere in den vergangenen Jahrzehnten den Bemühungen um eine gezielte Gestaltung der Bergehalden des Ruhrgebietes im Sinne von Verschönerung nachging, die den durchaus trostlosen Anblick der bloßen Gesteinsberge aufbessern sollten.
Aus diesem Vorhaben heraus erfolgte beispielsweise auch die Maßnahme der zielgerichteten Begrünung der Halden, welche in erster Linie ein natürlicheres Erscheinungsbild wie auch im Laufe der Zeit eine Art parkähnliche "Erholungseinrichtung" für die in der Umgebung lebenden Menschen anstrebte.
Das eigentliche Ziel unseres Exkursionstages bestand somit also in der Beantwortung der Frage, ob jene Maßnahmen in Bezug auf die Rungenberghalde als erfolgreich zu betrachten sind oder nicht, d.h. ob sich die Bergehalde in einem "natürlichen" bzw. naturnahen Zustand befindet oder nicht.
Dazu teilten wir unseren Kurs zunächst in verschiedene Gruppen auf, die sich zum einen mit unterschiedlichen Aspekten wie z.B. dem pH- Wert des Bodens, den Werten des im Tümpel der Halde befindlichen Wassers oder offensichtlicheren Faktoren wie dem Baumbestand, der Begrünungsverteilung oder dem genauen Steigungswinkel der Bergehalde auseinandersetzten. Zum anderen wurden einige der zu untersuchenden Aspekte quasi dreifach belegt, da die Forschungen bezüglich dieser Punkte von den Teams an jeweils drei verschiedenen Messstellen (Fuß, Hang, Spitze) vorgenommen wurden.
Auch das eher bescheidene Wetter konnte uns nicht davon abhalten, die Messungen und Ermittlungen im Rahmen des Möglichen nahezu vollständig auszuführen. Anschließend fand sich der gesamte Kurs samt Herrn Hartwig und Herrn Immig knapp eine Stunde später wieder am Lumbricus ein, wo wir uns nach geleisteter Arbeit erst einmal eine kleine Pause gönnten.
Im Anschluss an die Pause folgte nun eine circa einstündige Arbeitsphase, in der die jeweiligen Gruppenmitglieder innerhalb ihrer eigenen Gruppe die Ergebnisse zusammentrugen, auswerteten und festhielten, um sie in der darauf folgenden Präsentationsrunde zum Beispiel mit Hilfe selbst erstellter Plakate dem gesamten Kurs vorstellen zu können.
Als Resultat aus den zusammengestellten Ergebnissen aller Gruppen zogen wir schlussendlich das Fazit, dass es sich bei der Rungenberghalde um eine der Natur bereits relativ nah angepasste Bergehalde handelt, die jedoch noch in der Anfangsphase steckt und ihrem Ziel, nämlich der größtmöglichen Nähe zur Natur, vor allem in zukünftigen Jahren näher kommen soll, sodass wir in einigen Jahrzehnten dann tatsächlich von einer "natürlichen" Bergehalde reden können, sofern dies in Anbetracht ihrer künstlichen Erzeugung möglich ist.

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